Fukushima-Mahnwache in Buchholz

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Am Montag, dem 14.3.2016, also 5 Jahre nach der japanischen Tsunami-Katastrophe und der Nuklearkatastrophe von Fukushima kamen 70 Bürgerinnen und Bürger aus Buchholz am Emporeteich zusammen, um mit einer Schweigezeremonie der Opfer zu gedenken und ihre Solidarität mit den Menschen in Japan zu bekunden, die immer noch unter den Folgen leiden.

Über die aktuelle Situation in Japan berichtete Minne Holtermann von der Greenpeace-Gruppe Buchholz: „Entwurzelung, Hoffnungslosigkeit, Sorgen um die Zukunft vor allem der Kinder, und die ständige Angst vor Strahlungsfolgen prägen den Alltag. Die Regierung stellt die finanzielle Unterstützung der Evakuierten ein, und die sollen aus ihren Notunterkünften in die immer noch verstrahlten Gebiete zurückkehren.“

Berührend war die Schweigeminute, bei der mit Stichworten den vermuteten Gefühlen der Opfer Raum gegeben wurde und eine Lichtschale als Symbol der Anteilnahme im großen Kreis weitergegeben wurde.

Alexa Vetter klärte dann darüber auf, dass in Deutschland immer noch 8 Atomkraftwerke mit dem dazugehörigen „Restrisiko“ laufen und die letzten davon erst 2022 abgeschaltet werden. Ob die Kosten für den Rückbau von den Betreibern getragen würden, sei zweifelhaft. Außerdem ist die Atommüllfrage weiter ungelöst, die Endlagerung wird sicher noch unsere Kindeskinder beschäftigen. Für eine greifbare greifbare Bedrohung sorgen marode Atomkraftwerke in den Nachbarländern: Wie jetzt erst bekannt wurde, entging das französische AKW Fessenheim 2014 knapp einem Gau, und in Doel und Tihange in Belgien machen tausende Risse in der Reaktorkuppel den Weiterbetrieb zu einem Risiko.

Pastor Stahlhut von der Gemeinde St. Johannis erinnerte an die Folgen der Katastrophe von Tschernobyl: „Nach 30 Jahren sind Böden und Lebensmittel in der Region immer noch belastet und bringen radioaktive Partikel in den menschlichen Körper. Die Opfer von Tschernobyl sind noch nicht einmal alle geboren“. Vor allem Kinder seien gesundheitlich stark betroffen. Damit deren Imunsystem gestärkt wird, organisiert die ev. Landeskirche seit 25 Jahren eine Tschernobyl-Kinder-Ferien-Aktion. Auch in diesem Sommer werden wieder 40 Kinder aus Weißrussland in den Kirchenkreis Hittfeld kommen. Es werden noch 2 Gastfamilien gesucht (Informationen bei Juergen.stahlhut@evlka.de).

Veranstaltet wurde die Mahnwache von den Umweltgruppen Greenpeace und BUND sowie der Friedensgruppe Nordheide.