WELLE MACHEN GEGEN PLASTIKMÜLL

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Buchholzer Umweltschützer im Einsatz gegen den Müll

(Buchholz, 19.3.2016) Im Rahmen einer bundesweiten Greenpeace-Aktion in 62 Städten sind auch Buchholzer Umweltschützer am Samstag in einer mehrstündigen Aktion an zentralen Stellen der Stadt gegen die Vermüllung aktiv geworden. Gesammelt wurde rings um den Bahnhof, an der Cantelieu-Brücke und im Bereich Buenser Weg/ Schafstrift. „Es ist unglaublich, wieviel von den Leuten einfach gedankenlos in die Gegend geschmissen wird, besonders, seit es die 'To-Go-Becher' gibt!“, empört sich Iris Wottrich, während sie den nächsten Müllsack füllt.

Minnegard Holtermann (Greenpeace Buchholz) erklärt den Hintergrund der Aktion: „Der Plastikmüll zu einem massiven Umweltproblem geworden. Denn er gelangt über Bäche und Flüsse ins Meer. Dort belastet er für mehrere hundert Jahre die Ökosysteme. Die Ozeane verkommen zum Plastikendlager, und Plastikteile werden zur tödlichen Falle für viele Meereslebewesen wie Seevögel, Schildkröten oder Delfine: Diese verheddern sich darin und ertrinken – oder verwechseln sie mit Nahrung. Plastik macht mittlerweile über die Hälfte des Mülls an den Stränden der Nord- und Ostsee aus.“

Wellengang und UV-Strahlung zerkleinern den schwimmenden Plastikmüll in mikroskopisch kleine Teilchen – sogenanntes Mikroplastik. Doch auch in Kosmetika steckt Mikroplastik in Form von winzigen Perlen oder Granulaten. Zu klein, um aus unseren Abwässern gefiltert zu werden, gelangen diese über die Flüsse ins Meer. Dort sammeln sich an den Partikeln Umweltschadstoffe, teils in hoher Konzentration. Forscher haben längst Mikroplastik in Plankton, Muscheln und Garnelen nachgewiesen – auch in Nordseefischen wie Makrele, Hering oder Flunder. So landen giftige Plastikabfälle über die Nahrungskette unter Umständen wieder auf unserem Teller.

Verbraucher und Politik können ihren Teil gegen das Plastik-Problem beitragen, denn vielerlei Plastik lässt sich aus unserem Alltag verbannen: An erster Stelle Mikroplastik in Kosmetika, aber auch typisches Wegwerfplastik wie Einwegflaschen, To-Go-Kaffeebecher, Verpackungen oder Einwegtüten. Die Deutschen verwenden beispielsweise pro Jahr 76 Plastiktüten, nicht eingerechnet die dünnen Obst- und Gemüsebeutel. „Viel zu viele“, sagt M. Holtermann. „Wir brauchen dringend eine gesetzliche Regelung gegen Einwegtüten – sowie ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetika. Freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie und Händler reichen nicht.“